09: Rechtliches zum Bewerbungsgespräch

In dieser 9.ten Episode habe ich meinen geschätzten Kollegen Professor Dietmar Boerner zu Gast. Der ein oder andere Zuhörer kennt ihn vielleicht schon. Er war bereits Gast in meinem Podcast, als er den Wirtschaftsrecht Schwerpunkt Personal vorgestellt hat. 

In unserer heutigen Episode dreht sich alles rund um das Bewerbungsgespräch und was man so als Bewerber beachten sollte, u.a. was man von sich aus preisgeben muss und worauf man nur auf Nachfrage des Arbeitsgebers antworten sollte. Dabei gehen wir auch auf zulässige und unzulässige Fragen ein und klären, was es mit dem „Recht auf Lüge“ auf sich hat.

Ausgangssituation

Die Ausgangssituation in einem Bewerbungsgespräch ist dadurch geprägt, dass beide Seiten, also der Bewerber auf der einen und der zukünftige Arbeitgeber auf der anderen Seite, durchaus unterschiedliche Interessen verfolgen. So möchte sich der Bewerber möglichst positiv präsentieren. Der zukünftiger Arbeitgeber benötigt zuverlässige Informationen über die Person des Bewerbers, über dessen Leistung und dessen Verhalten.

Welche Umstände muss der Bewerber von sich aus offenbaren?

Welche Umstände der Bewerber in einem Bewerbungsgespräch von sich aus offenbaren muss hängt vor allem mit der Aufklärungspflicht des Bewerbers zusammen. Am besten lässt sich dies negativ beantworten, in dem man diese Umstände abgrenzt von den Tatsachen, die der Bewerber nur auf Fragen des Arbeitgebers preiszugeben hat.

Welche Tatsachen hat der Bewerber nur auf Fragen des Arbeitgebers preiszugeben?

Diese Frage ist eng verknüpft mit dem Fragerecht des Arbeitgebers. Grundsätzlich findet hierbei eine Interessenabwägung zwischen denen des Bewerbers und denen des zukünftigen Arbeitgebers statt. Diese Interessenabwägung hat auch eine verfassungsrechtliche Dimension. Auf der Seite des Bewerbers steht das Geheimhaltungsinteresse, sein informationelles Selbstbestimmungsrecht und die Diskriminierungsverbote des allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Auf der Seite des Arbeitgebers steht das durch Art. 12 Abs. 1 Grundgesetz geschützt Informationsinteresse.

Beispiele für unzulässige Fragen

Der Arbeitgeber darf in einem Bewerbungsgespräch grundsätzlich nicht nach der Schwangerschaft nach einer Behinderung oder nach der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft fragen. Gerade zu letzterem Aspekt wird Professor Börner auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts eingehen, in dem es um einen Chefarzt in einem katholischen Krankenhaus geht.

Was ist die Rechtsfolge von Falschauskünften des Bewerbers?

Hierbei wird unterschieden, ob der Bewerber auf eine zulässige und auf eine unzulässige Frage falsch beantwortet. In diesem Zusammenhang ist auch das „Recht zur Lüge“ von Bedeutung.

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