05: Schwerpunktvorstellung Personal und Arbeit

Diese inzwischen schon 5. Episode ist eine Aufzeichnung einer Informationsveranstaltung vom 6. November 2019 an der Hochschule Hof. Es wurden verschiedene Schwerpunkte im WR Studium vorgestellt. Heute hören Sie die Vorstellung des Personal Schwerpunktes durch meinen geschätzten Kollegen Professor Dr. Dietmar Boerner. Dies ist ein sehr beliebter Schwerpunkt und bereitet alle, die sich in der Praxis später mit Arbeitsrecht und Personalmanagement beschäftigen wollen, perfekt auf die entsprechenden Berufsfelder vor.

zur Person

Zu Beginn möchte ich gerne Professor Boerner kurz vorstellen. Er ist seit 2009 Professor an der Hochschule Hof und ist in der Lehre vor allem zuständig für Wirtschaftsrecht, Sozialrecht und vor allem Arbeitsrecht. Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann schloss er sein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Bayreuth mit dem ersten juristischen Staatsexamen ab. Später legte er auch das zweite juristische Staatsexamen ab. Seine wissenschaftliche Karriere beinhaltet eine Promotion und einer Habilitation. Er war wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bayreuth und vertrat einen Lehrstuhl an der technischen Universität Dresden. Im Bereich des Gesundheitswesens kann Professor Börner auf eine langjährige interessante Berufstätigkeit zurückblicken: so war er Justiziar des gemeinsamen Bundesausschusses und Hauptgeschäftsführer der sächsischen Landesärztekammer.

Bewerbungsgespräch – Ausgangssituation

Schwerpunktmäßig wollen wir uns mit Rechtsfragen rund um das Bewerbungsgespräch beschäftigen. Die Ausgangssituation besteht darin, dass der Bewerber sich möglichst positiv präsentieren will. Der zukünftige Arbeitgeber benötigt zuverlässige Informationen über die Person, die Leistung und das Verhalten des Bewerbers. Daran kann man schon das Spannungsfeld eines solchen Bewerbungsgesprächs gut erkennen.

Welche Umstände muss der Bewerber von sich offenbaren?

Beginnen wir mit der Frage, welche Umstände der Bewerber von sich heraus beim Bewerbungsgespräch offenbaren muss. Grundsätzlich trifft dem Bewerber eine Aufklärungspflicht über alles, was der Arbeitgeber benötigt, um beurteilen zu können, ob der Bewerber der richtige Kandidat für die offene Stelle ist.

Welche Tatsachen hat der Bewerber nur auf Fragen des Arbeitgebers preiszugeben?

Bei der Beantwortung der Frage, welche Tatsachen der Bewerber nur auf Fragen des Arbeitgebers preiszugeben hat, muss eine Interessenabwägung stattfinden. Auf der einen Seite steht das Informationsinteresse des Arbeitgebers, dass durch die in Art. 12 Abs. 1 Grundgesetz geregelte Berufsfreiheit geschützt ist. Auf der Seite des Bewerbers steht sein Geheimhaltungsinteresse das ebenfalls von der Verfassung geschützt wird (Art. 9 Abs. 3 Grundgesetz, informationelle Selbstbestimmungsrecht, Diskriminierungsverbote des allgemein Gleichbehandlungsgesetzes).

unzulässige Fragen

Beispiele für unzulässige Fragen des Arbeitgebers sind solche nach der Gewerkschaftszugehörigkeit, der Schwangerschaft oder der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft. Hier geht Professor Boerner  auf ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichtes ein, in dem es um einen Chefarzt eines katholischen Krankenhauses wegen seiner Entlassung wegen Wiederheirat geht.

“Recht zur Lüge”

Werden unzulässige Fragen gestellt, steht dem Bewerber sogar ein Recht zur Lüge zu.

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